Bevor du Content veröffentlichst: 5 Fragen für erfolgreiches Marketing
16. Januar 2026
Kurz gesagt:
- „Mehr Content produzieren“ ist nicht die Lösung für Selbstständige. Wichtiger ist, durch dein Content-Marketing herauszustechen und wiedererkennbar zu sein.
- Bevor du Inhalte veröffentlichst, solltest du dir klar darüber sein, auf welches Ziel sie einzahlen sollen und ob sie überhaupt zu deinem Business passen.
- Die fünf Fragen in diesem Artikel helfen dir dabei, Content-Ideen zu filtern.
- Sie sorgen dafür, dass dein Content relevant für deine Zielgruppe ist, zu deiner Positionierung passt, Haltung zeigt und gleichzeitig verkauft.
- So entsteht Marketing, das dir wirklich etwas bringt, anstatt dich nur zu beschäftigen.
Heutzutage sind Inhalte jeder Art schnell erstellt und veröffentlicht. Mit KI können wir in wenigen Minuten Blog-Artikel schreiben, Skripte für Podcast-Folgen oder Videos erstellen, Bilder und Videos für Social Media generieren lassen usw.
Die Frage ist also: Wie stechen wir als Solo-Selbstständige und Unternehmerinnen heute noch aus der Masse heraus? Denn das wird jetzt umso wichtiger, um im Online-Marketing nicht unterzugehen.
Die gute Nachricht ist, dass sich diejenigen, die unreflektiert schnell generierte Inhalte veröffentlichen, langfristig keinen Gefallen damit tun. Mehr Inhalte lösen nämlich kein strategisches Problem.
Viel wichtiger ist, dass wir Inhalte sehr zielgerichtet veröffentlichen und eine bestimmte Wirkung beabsichtigen. Das hilft uns dabei, Kontur zu bekommen und wiedererkennbar zu werden – bei unserer Zielgruppe, aber z. B. auch für ChatGPT & Co.
Dafür sind gute Fragen oft hilfreicher als pauschale How-to-Anleitungen. Deshalb ist dieser Artikel auch weniger ein Leitfaden als ein Denkraum, der dich zu den für dich richtigen Antworten führen soll.
Frage 1: Passt diese Content-Idee zu mir, meiner Haltung und meiner Arbeit?
Diese Frage ist vielleicht nicht ganz naheliegend, weil sie weniger mit erfolgreichem Marketing zu tun hat, sondern mehr mit authentischem Marketing. Sie ist die erste Frage, weil sie ein Filter für dich sein kann: Passt das Thema wirklich zu dir und zu dem, wofür du langfristig stehen möchtest?
Als Selbstständige kennen wir das vermutlich alle: nach dem Call mit einer Kundin, beim Spaziergang mit dem Hund, unter der Dusche oder abends beim Einschlafen kommt uns eine Idee in den Sinn. Und wir sind uns sicher, dass das die beste Idee aller Zeiten ist, die im Newsletter oder bei Instagram richtig durch die Decke gehen wird.
Dazu habe ich in meiner Zeit beim Radio einen wichtigen, wenn auch schmerzhaften Rat bekommen: Kill you darlings. Will heißen: Die Ideen, in die wir am meisten verliebt sind, sind oft die überflüssigsten.
Deshalb prüfe deine Content-Idee einmal kritisch:
- Würdest du diesen Inhalt auch veröffentlichen, wenn niemand reagieren würde?
- Ist das wirklich dein Thema – oder gerade ein Trend?
- Unterstützt dieses Content-Piece deine Positionierung und die Bekanntheit deiner Angebote?
Wenn nein, dann kann die Idee in die Tonne.
(Eines gilt für alle dieser Fragen: Natürlich kannst du dich jederzeit dazu entscheiden, etwas doch zu veröffentlichen, einfach weil du Bock drauf hast – auch wenn deine Idee es nicht durch alle 5 Fragen schafft. Sie sind eine Hilfestellung, keine Fessel.)
Frage 2: Warum sollte deine Zielgruppe diesen Inhalt konsumieren?
Dabei geht es mir gar nicht mal um den berühmten „Mehrwert“, der meiner Meinung nach immer mehr an Bedeutung verliert – zumindest, solange deine Ratschläge und Tipps nicht wirklich innovativ sind.
Es gibt ja noch mehr Gründe, um einen Blog-Artikel oder ein Instagram-Reel zu konsumieren:
- Perspektivwechsel
- Einladung zur Reflektion
- Unterhaltung
- Identifikation
- …
Mach dir also klar, was dein geplantes Content-Piece für deine Zielgruppe bedeuten soll:
- Welche Unsicherheit oder Frage greifst du auf?
- Was ist für andere interessant oder sogar hilfreich?
- Für wen ist es nicht gedacht?
- Würde deine Zielgruppe gezielt danach suchen?
- Was soll sich durch das Lesen / Ansehen verändern?
Frage 3: Welche Form passt am besten zum Thema?
„Ich glaube, ich überlade meine Posts“, ist ein ganz typischer Satz, den ich von Kundinnen höre. Und ich gebe ihnen oft recht: Sie neigen dazu, ihre Social-Media-Posts zu voll zu packen. So voll, dass sie eher abschrecken als anziehen (auch wenn das Thema selbst interessant ist).
Das ist ein ganz klarer Fall von „Nutze ein anderes Format!“. Mach einen Blog-Artikel oder einen Newsletter daraus und recycle nur einen Gedanken in Social Media.
Manche Themen und Gedanken brauchen mehr Raum, andere wirken besser verdichtet und mit Pointe. Manchmal ist Nähe wichtig (z. B. durch ein Video oder eine Podcast-Folge), manchmal Verständlichkeit (dann wird’s besser ein Text). Deshalb:
- Möchtest du etwas erklären, einordnen oder kommentieren?
- Ist das ein Gedanke, mit dem du kurzfristig Aufmerksamkeit haben möchtest – oder langfristig gefunden werden willst?
- Würdest du dir das Thema selbst am liebsten in dieser Form ansehen, anhören oder durchlesen?
Deine Idee kann noch so gut sein. Wenn du das Thema nicht ins richtige Format übersetzt, kann es nicht richtig wirken.
Frage 4: Was soll deine Zielgruppe anschließend tun?
Das ist für mich einer der größten Unterschiede zwischen wirkungsvollem Marketing und Marketing, das „ganz nett“ ist: Jedes Content-Piece hat eine Aufgabe und eine bestimmte Absicht. Das mag berechnend klingen – und irgendwie ist es das auch. Aber in der Regel machen wir Marketing ja nicht zum Spaß oder weil wir zu viel Zeit haben. Wir wollen damit etwas erreichen (in der Regel: mehr Kund:innen gewinnen).
Deshalb sollte dein Content genau darauf abzielen. Frag dich:
- Was soll deiner Zielgruppe anschließend klarer sein?
- Was ist der nächste logische Schritt auf dem Weg zu deinem Angebot (und ist er konkret benannt)?
- Würdest du diesen nächsten Schritt selbst gehen?
Natürlich kannst du – in aller Regel – nicht erwarten, dass jemand ein Coaching für mehrere tausend Euro kauft, nachdem er oder sie ein Video von dir gesehen oder einen Blog-Artikel gelesen hat. Aber vielleicht gibt es da ja auch noch einen Zwischenschritt: Newsletter-Anmeldung, Podcast-Abo usw.
Der sinnvollste nächste Schritt nach diesem Blog-Artikel, den du gerade liest, ist z. B. mein Marketing-Check. Darin erfährst du, wie zielgerichtet dein Marketing gerade tatsächlich ist. Ich werfe einen professionellen Blick darauf und gebe dir ein Feedback und konkrete Optimierungsvorschläge.
Frage 5: Zahlt dieser Inhalt auf das Bild ein, das andere langfristig von mir haben sollen?
Das ist vor allem für diejenigen interessant, die schon länger im Business sind und bei denen es nicht mehr vorrangig um die Akquise geht, sondern vielleicht um den Aufbau einer Persönlichkeitsmarke und die Verankerung der eigenen Positionierung.
Mit dem „Bild“ von dir ist dabei nicht gemeint, dass die Welt dich „nett“ finden oder ausschließlich positiv über dich denken soll. Im Gegenteil: Es geht auch darum, den eigenen People Pleaser zurückzulassen - zugunsten der Frage: Wie möchte ich wirken? Was soll meine Zielgruppe über mich denken und wofür möchte ich empfohlen werden?
Frag dich:
- Würde jemand nach mehreren solcher Inhalte beschreiben können, wofür ich stehe?
- Verstärkt dieser Inhalt dieses Bild von mir – oder könnte er auch von jemand anderem kommen?
- Würde ich wollen, dass genau dieser Text mit meinem Namen darunter zitiert wird?
Das Bild, das andere von dir bekommen sollen, darf sich wie ein roter Faden durch deine Inhalte ziehen und darf ein Leitgedanke für dich sein.
Übrigens: Etwas, das auch für Wiedererkennbarkeit sorgt und auf das Bild von dir einzahlt, das andere von dir haben, ist deine Sprache. (Deine Sprache, nicht ChatGPTs Sprache.) Die kann ein echter Wettbewerbsvorteil sein, wie du in diesem Artikel liest.
Fazit: Weniger und dafür bewusster produzieren
Ich hab’s weiter oben schon mal geschrieben: Diese Fragen sind keine Fessel und natürlich darfst du auch mal eine unterhaltsame Story oder ein Blitzideen-Reel veröffentlichen, weil du einfach Lust darauf hast. Lass diese Fragen eher ein grundsätzlicher Kompass für dich sein.
Nicht jede Idee muss veröffentlicht werden. Oft lohnt es sich, Gedanken nachzuschärfen oder sogar ganz zu verwerfen. Gerade erfahrenere Selbstständige profitieren davon, ihr Marketing zu reduzieren und es dafür qualitativ hochwertiger zu machen und zielgerichteter. Dein Marketing darf reflektiert sein – und konsequent.
Kurz: Dein Marketing muss dich nicht größer machen, als du bist. Das hast du nicht nötig. Es soll zeigen, wofür du stehst.
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Hi, ich bin Steffi

Ich begleite selbstständige Beraterinnen und Coaches dabei, ihr Marketing strategischer, passender und effektiver zu gestalten - ohne sich zu verbiegen oder ständig sichtbar sein zu müssen.
Im Kern geht es dabei immer um dasselbe: um Haltung, Sprache und eine Positionierung, die wirklich sitzt.
Wenn du Marketing nicht als Hamsterrad, sondern als bewussten Prozess verstehst, könnten wir gut zusammenpassen.










