Warum einfache, natürliche Sprache heute ein strategischer Wettbewerbsvorteil ist
Gerade im KI-Zeitalter wird Sprache zum Unterscheidungsmerkmal
6. Januar 2026
Kurz gesagt:
- Einfaches Schreiben ist keine Technik, sondern eine bewusste Haltung.
- Im KI-Zeitalter wird Wiedererkennbarkeit wichtiger als Frequenz oder Reichweite.
- Sprache entscheidet darüber, ob Vertrauen steht – oder du austauschbar wirst.
- Wer „echt“ schreibt, verkauft nachhaltiger.
Wie schreibt man bessere Texte? Darüber habe ich schon oft geschrieben und gesprochen. Heute frage ich mich: Warum lesen Menschen überhaupt noch Texte?
Inhalte lassen sich heute schneller produzieren als je zuvor. Ideen werden in Sekunden in Worte gefasst, Texte in Minuten erstellt. Das ist ein Fortschritt, ja, und sicher auch eine Erleichterung für viele. Es führt aber auch zu einer leblosen Gleichförmigkeit. Vieles klingt ähnlich und wird damit austauschbar.
Diese gewaltige Veränderung birgt aber auch eine große Chance. Sie rückt etwas wieder in den Fokus, das Sprache schon immer war: ein Unterscheidungsmerkmal.
Einfaches, natürliches Schreiben hat für mich nichts mit Stilregeln und oder gelernten Techniken zu tun. Es ist „Wissen, wer ich bin“. Es ist Haltung. Und genau so werden Texte zu einem strategischen Vorteil.
Früher wollte ich "besser" schreiben, heute will ich echter schreiben
In der Schule und im Studium wurde uns beigebracht, wie „man“ anständig schreibt. Und das hieß: Möglichst grammatikalisch korrekt, verschachtelt, dem eigenen Bildungsgrad angemessen. Gerade in der Uni hatte ich oft das Gefühl: Je komplizierter und schwieriger nachvollziehbar, desto besser.
Nach dem Studium hatte ich das voll drauf – und musste direkt wieder umlernen. Ich entschied mich für die journalistische Laufbahn und zwar ausgerechnet beim Radio. Das hieß: Komplizierte Dinge möglichst einfach erklären. „Schreib, wie du sprichst.“
Dieses Umlernen hat mich so manche Stunde und so manchen Nerv gekostet. Aber es war die wichtigste Grundlage für meine heutige Arbeit.
Denn gerade online muss Sprache einfach sein, sonst werden Texte schlichtweg nicht gelesen.
Aktuell wird eine Sache noch wichtiger:
Es muss echt sein. Es wird immer schwieriger zu erkennen, was real ist und was mit KI erfunden wurde. Wo stecken noch echte Menschen dahinter? Sprache kann das erkennbar machen und damit Vertrauen aufbauen.
Warum sich gerade so viele Texte gleich lesen
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich habe gerade immer weniger Lust, Posts bei Instagram oder LinkedIn zu lesen. Da wird nämlich gerade besonders deutlich, dass sich viele Texte sprachlich kaum noch unterscheiden. Es ist derselbe KI-Stil, der sich wie ein roter Faden durch meinen Feed zieht.
Dabei geht es mir nicht mal um Gedankenstriche. Die mache ich selbst gerne und oft. Es geht mir um den typischen Text-Rhythmus und die Formulierungen, die ChatGPT so liebt:
Kurze Satzfragmente.
Untereinander.
„Das ist kein X. Das ist Y.“
„Kein X, kein Y. Nur Z.“
„Weniger X. Mehr Y.“
Und vor allem ganz viel Blabla mit „Klarheit“, „Wahrheit“ und „ein Business, das dich trägt“.
Selbst wenn das eine oder andere inhaltlich interessant ist, fühlt es sich
leblos an. Ich lese den Menschen dahinter nicht mehr heraus, sondern habe bei jedem Text das Gefühl, dass ich ihn schon mal gelesen habe.
Einfaches Schreiben hat nichts mit "banal" zu tun
Eine Hürde, vor der viele Selbstständige stehen ist die Frage: Ist mein Text dann nicht zu banal? Werde ich noch ernst genommen?
Gegenfrage: Möchtest du deshalb ernst genommen werden, weil nur die Klügsten deine Texte verstehen können?
(So wie bei dem einen Prof damals in der Uni, den wohl alle Studierenden kennen, der seinen Selbstwert daraus gezogen hat, dass ihn möglichst niemand versteht.)
Möchtest du wirklich, dass dir nur andere Expert:innen folgen können? Wahrscheinlich nicht, oder?! Denn die brauchen deine Unterstützung nicht.
Wenn du als Selbstständige Texte für dein Marketing schreibst, dann ist es wichtig, dass deine Zielgruppe dich versteht. Dass deine potenziellen Kund:innen dir folgen können.
Es geht nicht um dein Ego. Und nicht darum, dich vor Mitbewerber:innen zu profilieren. Es geht darum, strategisch klug zu schreiben.
Ja, kurze Sätze können dabei helfen. Aber noch viel mehr geht es darum,
einfühlsam zu sein. Die Worte zu kennen, die deine Zielgruppe nutzt. Und Worte, die zu dir ganz persönlich gehören und dich wiedererkennbar machen.
Sprache ist mehr als ein Werkzeug: Sie baut Vertrauen auf
Also: Warum lesen Menschen Texte?
Ich würde sagen: Weil diese Texte ihnen etwas bringen. Das kann Information sein. Wissen. Unterhaltung. Aber auch Verbindung und Identifikation. Gerade bei LinkedIn lieben wir doch die ehrlichen Texte, die uns das erleichternde Gefühl von „Ich bin nicht allein mit diesem Thema“ geben.
So entsteht auch Vertrauen. Weil du durch deine Texte und deine Sprache greifbar wirst. Du zeigst Haltung, Expertise, Humor und Emotion. Kurz: Du zeigst dich menschlich. Und das ist der größte Wettbewerbsvorteil, den du als Solo-Selbstständige oder Personenmarke hast.
Und dafür darf es ein bisschen mehr sein als das, was ChatGPT ausspuckt.
(Ich arbeite täglich mit ChatGPT. Und ja, auch dieser Blog-Artikel ist mit seiner Unterstützung entstanden. Aber eben nicht sprachlich.)
Was in Zeiten von KI wirklich den Unterschied macht
Wie gesagt: Ich bin ein großer Fan von ChatGPT. Es erleichtert mir das Leben ungemein. Und gleichzeitig lese ich gerade, wie sowohl Nutzer:innen als auch die Betreiber der Online-Plattformen feststellen: KI-generierte Inhalte fangen an, die Basis sozialer Medien zu untergraben. Vielleicht sogar des Online-Marketings insgesamt.
Effiziente Prozesse sind super. KI zu nutzen, ist aus meiner Sicht unerlässlich. Aber Künstliche Intelligenzen und Automatisierungen stoßen da an Grenzen, wo es ums Gefühl geht. Das Gefühl, das du für eine Person bekommst, wenn du ihre – echten – Inhalte konsumierst. Das Gefühl, das deinen potenziellen Kund:innen sagt: „Das ist die richtige Expertin für mich.“
In Zeiten, in denen viele in meiner Branche („Mitbewerber:innen“ möchte ich sie nicht mal nennen) die große Reichweite dank KI versprechen, sollten wir uns zurückbesinnen.
Zum einen aus ganz pragmatischen Gründen: Besagte Expert:innen haben ihre eigene Reichweite möglicherweise nur deshalb, weil sie wiederum Reichweite versprechen ("ganz easy", dank KI-Quick-fixes).
Zum anderen aus strategischen Gründen: Während Hinz und Kunz das Internet mit generischem KI-Content fluten,
stichst du nur dann heraus, wenn du wiedererkennbar und „echt“ bist. Im Gegensatz zu „Reichweite um jeden Preis“ ist das nämlich wirklich ein strategischer Wettbewerbsvorteil.
Warum das ein strategischer Vorteil ist
Mit einfachem und natürlichem Schreiben
- wirst du wiedererkennbar,
- zeigst du deine Positionierung,
- wirst du als Mensch greifbar.
Das sorgt für eine Sichtbarkeit, die nicht durch bloße Reichweite zu ersetzen ist und die dir KI-generierte Inhalte nicht geben können. Wenn deine Kund:innen ChatGPTs Gedanken zu etwas haben wollen, können sie es selbst fragen (und das machen inzwischen mehr als viele denken). Sie wollen aber deine Gedanken und deine Haltung dazu haben. Nicht zwingend Wissen, sondern eher deine Position. Damit können sie sich identifizieren.
Genau das macht dich letztendlich wiedererkennbar und zur „Go-to-person“ für deine Zielgruppe.
Schreiben und Sprache als bewusste Entscheidungen
Du wirst hoffentlich gemerkt haben, dass das hier kein ChatGPT-Bashing ist und ich sicherlich keine grundsätzliche KI-Skeptikerin bin. Im Gegenteil: Ich bin sehr dafür, KI zu nutzen. Das ist auch Teil meiner Arbeit mit meinen Kundinnen (z. B. mit meinem konfigurierten GPT „Klara“) und daran arbeiten wir unter anderem in meinem 1:1-Sparring.
Ich möchte nur wieder mehr ins Bewusstsein holen, wie wichtig deine Sprache und deine „Schreibe“ sind. Sie sorgen dafür, dass du auch online Kontur bekommst: Ecken und Kanten. Etwas, womit ich mich identifizieren kann, woran ich mich vielleicht auch stoßen kann (und das darf ja etwas Positives anstoßen).
Wenn deine Inhalte generisch sind, bleibst du nicht im Gedächtnis. Nutze KI. Aber nutze sie so, dass dein Marketing noch mehr nach dir klingt – nicht weniger.
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Hi, ich bin Steffi

Ich begleite selbstständige Beraterinnen und Coaches dabei, ihr Marketing strategischer, passender und effektiver zu gestalten - ohne sich zu verbiegen oder ständig sichtbar sein zu müssen.
Im Kern geht es dabei immer um dasselbe: um Haltung, Sprache und eine Positionierung, die wirklich sitzt.
Wenn du
Marketing nicht als Hamsterrad, sondern als bewussten Prozess verstehst, könnten wir gut zusammenpassen.










