Marketing-Trends 2026: Was ich daraus mitnehme - und was nicht
7. Januar 2026
Kurz gesagt:
- Die Marketing-Trends 2026 sind kein „Muss“. Sieh sie eher als Entscheidungsgrundlagen.
- KI kann entlasten, aber nicht deine Persönlichkeit und deine Haltung ersetzen.
- Qualität und ein klar erkennbares Profil sind wichtiger als viel Output.
- Positionierung, Suchlogik und Newsletter gewinnen noch mehr an Bedeutung.
- Erfolgreiches Marketing ist 2026 nicht „mehr“, sondern fokussierter.
Wie fühlst du dich, wenn du an dein Marketingjahr 2026 denkst? Bist du motiviert und voller Tatendrang? Überfordert von den vielen Trends und Möglichkeiten? Oder irgendwas dazwischen?
Ich habe mir Ende 2025 / Anfang 2026 genauer angeschaut, wie ich mein Marketing weiterentwickeln möchte. Vieles war in den Monaten davor zu kurz gekommen (z. B. Blog und Website), anderes entwickelt sich eh ständig weiter (Social Media). Deshalb war es mir wichtig, wieder mehr auf Langfristigkeit zu setzen, aktuelle Entwicklungen mit einzubeziehen, aber mich nicht ständig nach irgendwelchen Algorithmen richten zu müssen.
Über Marketing-Trends wird jedes Jahr gesprochen, klar. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass es 2026 wirklich sinnvoll ist, sich anzuschauen: Wohin geht die Reise? Und was bedeutet das für mich? Nicht einfach alles mitmachen, sondern bewusst gestalten.
Wir beschäftigen uns hier also nicht nur mit der Frage „Welche Trends gibt es?“, sondern noch viel eher „Was davon ist sinnvoll – und gerade für Solo-Selbstständige ohne Rampensau-Gen interessant?“.
In diesem Artikel ordne ich die Trends für mich ein. Das heißt nicht, dass du es genauso machen sollst. Es ist vielmehr eine Einladung an dich, diese Entwicklungen auch für dich zu reflektieren.
Übrigens spreche ich auch
in dieser Podcast-Folge über genau diese Fragen. Persönlicher, offener und mit Blick auf das, was ich selbst weiterentwickeln möchte.
Marketing-Trends 2026: meine Einschätzung für Solo-Selbstständige
KI & Automatisierung: Ja! Aber nicht auf Kosten deiner Individualität
Künstliche Intelligenz wird dieses Jahr endgültig im Alltag ankommen. Sie entwickelt sich so schnell weiter und kann uns entlasten, z. B. beim Brainstormen, Planen, Strukturieren, Schreiben, Erstellen von Fotos und Videos …
Meine Meinung dazu:
- KI ist ein super wertvolles Werkzeug.
- Und du wirst unbesiegbar, wenn du sie nutzt – und gleichzeitig deine Individualität nach außen trägst.
Marketing kann mit KI effektiver und effizienter werden. Aber es wird nicht besser, wenn alles gleich klingt. Deshalb dürfen dich ChatGPT und Co. gerne unterstützen, sie sollten aber niemals deine Persönlichkeit, deine eigenen Gedanken und deine Meinung ersetzen.
Gerade in beratenden und begleitenden Berufen entsteht Vertrauen nicht durch perfekte, aber generische Texte, sondern durch Wiedererkennbarkeit und Haltung.
Kurz gesagt: KI ja. Aber so, dass du nicht austauschbar wirst.
E-Mail-Marketing bleibt und wird vielleicht sogar noch wichtiger
Manchmal sehen mich Menschen völlig entgeistert an, wenn sie hören, dass ich einen Newsletter habe. „Wird so was überhaupt noch gelesen?“, fragen sie.
Und ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich davon ausgehe, dass alle wissen, wie geil E-Mail-Marketing ist. Es ist einer der stabilsten Kanäle, die wir aktuell haben. Weil:
- Direkter Kontakt zu deiner Zielgruppe
- Nicht abhängig davon, ob der Algorithmus gute Laune hat
- Menschen nehmen sich oft mehr Zeit für Newsletter als für Social-Media-Posts
Gerade für eher ruhige und introvertierte Selbstständige (die oft lieber schreiben) ist E-Mail-Marketing passender als „laute“ Social-Media-Formate wie Reels. Wenn Social Media der Platz für Marktschreier ist, dann ist der Newsletter dein ruhiger Verkaufsraum.
Meine These: 2026 wird hohe Reichweite immer weniger entscheidend sein, wichtiger wird die Beziehung, die die Menschen zu dir haben.
Social Media als Suchmaschine denken
Plattformen wie Instagram oder TikTok werden immer mehr wie Suchmaschinen genutzt. Gerade die jüngere Zielgruppe googelt weniger, sondern sucht direkt in Social Media.
Außerdem: LinkedIn ist schon seit Jahren richtig gut, wenn es darum geht, Inhalte auch über Google auffindbar zu machen. Andere – wie Instagram – ziehen jetzt nach.
Das verändert und verbessert, wie Inhalte gefunden werden.
Das wird deshalb immer wichtiger:
- Titel, die deine Zielgruppe sofort versteht
- Begriffe, die sie nutzt
- Inhalte, die ein konkretes Thema benennen
Ein Beispiel:
- Statt des Reels „Montags-Impuls“
- Lieber „Was du gegen innere Unruhe tun kannst“
Das hilft nicht nur deiner Zielgruppe, sondern auch Suchalgorithmen und KI-Systemen, deine
Inhalte zu verstehen und thematisch richtig zuzuordnen.
Qualität und Positionierung vor Quantität
In den letzten Jahren ist hauptsächlich das „Mehr“ propagiert worden: 30-Tage-Reels-Challenges, zehn Storys am Tag, sieben Posts pro Woche usw.
Jetzt, wo jeder Aufschneider einen Haufen Content produzieren und veröffentlichen kann, geht es viel mehr um:
- Wiedererkennbarkeit
- Fokus
- Wiederholung zentraler Themen
Ein starker Beitrag, den deine Zielgruppe wirklich versteht und der etwas in ihr bewegt, wirkt definitiv nachhaltiger als fünf beliebige „X Tipps für“-Posts, die ChatGPT mal schnell zusammengeschustert hat.
Die wichtigste Frage ist also nicht mehr:
„Wie oft poste ich?“
Sondern:
„Wie gezielt ist mein Content?“
Engagement und Interaktion - individuell gedacht
Heieiei, das ist das heikelste Thema für mich als eher introvertierte Person, die effizientes Arbeiten liebt.
Denn klar: Interaktion bedeutet Zeit und Energie. Kommentare und Nachrichten beantworten. Moderieren. Raum halten für die Impulse und Gedanken anderer. Und sich dabei bitte nicht selbst verlieren.
Deshalb mein Tipp: Interaktion muss nicht für alle gleich aussehen.
Es ist ok, wenn du keine Lust darauf hast, ständig Diskussionen anzustoßen oder Fragen zu stellen.
Was du stattdessen tun kannst:
- Umfrage-Sticker in der Instagram-Story nutzen (funktioniert nach wie vor)
- Content veröffentlichen, mit dem sich andere identifizieren können – ohne plakativ zum Kommentieren aufzurufen
- Dazu einladen, dir auf Newsletter zu antworten (Da kommt oft weniger und es ist gleichzeitig wertvoller, weil es den Antwortenden in dem Moment nicht um Selbstdarstellung geht.)
Messbarkeit & Struktur - ohne sich darin zu verlieren
Auch das ist ein Punkt, den ich eher locker sehe. Allerdings tue ich das deshalb, weil ich mich darin auch sehr verlieren kann. Dann grüble ich über Zahlen und mache mich selbst fertig, wenn etwas nicht im Idealbereich ist.
Was aktuell zum Beispiel total logisch ist: Die Klicks auf die meisten Websites werden dramatisch weniger. „Dank“ ChatGPT und vor allem seit dem KI-Upgrade in Google müssen wir nicht mehr auf Websites klicken und uns unterschiedliche Blog-Artikel durchlesen, sondern wir bekommen das Wissen aus mehreren Quellen angenehm in Häppchen serviert.
Views und Interaktionen in Instagram werden weniger und schwanken ständig.
Immer nur auf diese Zahlen zu schielen, führt aus meiner Sicht deshalb zu Frust.
Trotzdem ist es wichtig, herauszufinden, was in deinem Marketing funktioniert und was nicht. Für mich zeigt sich das super an:
- Newslettern: Welche haben die höchsten Öffnungsraten? Worauf klicken die Menschen am ehesten? Bei welchen Themen antworten sie? Wann kaufen sie?
- Kennenlerngesprächen: Das ist die einfachste Möglichkeit, um herauszufinden, wie Kund:innen zu dir kommen. Diese Gespräche nutzen aber nach wie vor zu wenige, um einfach mal zu fragen: „Wie hast du mich gefunden?“
Nichts desto trotz habe ich ein Excel-Sheet für meine Zahlen, das ich jede Woche ausfülle. So behalte ich den Überblick und erkenne Entwicklungen. Allerdings: Ich stresse mich deshalb nicht mehr, sondern überlege stattdessen, wie ich angemessen darauf reagieren kann (z. B. auf die sinkenden Website-Klickzahlen).
Persönlichkeitsmerkmale & Expertise: nahbar vs. privat
Wenn Content immer austauschbarer und immer gleichförmiger wird, gewinnt eines wieder an Bedeutung: die eigene Persönlichkeit. Der Aufbau einer Persönlichkeitsmarke.
Viele denken dabei an Frauen wie Tijen Onaran oder andere große Unternehmerinnen, die in Social Media präsent sind. Dabei musst du nicht erst super erfolgreich sein, um mehr von deiner Persönlichkeit zu zeigen. Und mit „Persönlichkeit“ ist nicht dein Privatleben gemeint.
Es geht hier viel mehr um:
- Haltung
- Wiedererkennbarkeit
- Expertise
Du darfst nahbar sein, im Sinne von: menschlich, mit Ecken und Kanten und vor allem mit Meinungen zu Themen (das wird immer wichtiger). Gerade in den Bereichen Beratung und Coaching entsteht Vertrauen durch die Kombination von Kompetenz und Menschlichkeit – nicht durch bloße Selbstdarstellung.
Und trotzdem darfst du auch mal
etwas Privates zeigen, wenn es passt und du dich dabei wohlfühlst. Viele meiner Kundinnen sind z. B. Hundemenschen und haben entweder selbst eine Fellnase oder finden sie toll. Deshalb taucht auch unser Goldie Luke immer mal in meinem Social-Media-Content auf.
Was ich mir für 2026 vorgenommen habe
Ich habe mir zwischen den Jahren sehr konkrete Gedanken darüber gemacht, wie ich meine eigene Marketing-Routine weiterentwickeln kann, um aktuellen Entwicklungen gerecht zu werden, aber auch meinen eigenen Wünschen nach Langlebigkeit und Sichtbarkeit.
Diese Entscheidungen habe ich getroffen:
- Weniger Social Media: 2 Posts pro Woche und Storys nach Lust und Laune
- Mehr Blog: neue Artikel veröffentlichen und alte überarbeiten
- Fokus auf Signature-Themen, anstatt mich in zig nice-to-have-Ideen zu verlieren
- Bewusst eingeplante Zeit für Strategie und Weiterentwicklung
Mein Kalender ist entsprechend umgeplant und ich bin gespannt, wie sich die neue Routine so etabliert.
Du musst nicht jeden Marketing-Trend mitmachen
Viel wichtiger ist, dass du dir ein Bild machst:
- Welche Möglichkeiten es insgesamt gibt
- Welche Entwicklungen erkennbar sind
- Was davon zu dir, deinem Business und deiner Zeit passt
Strategisches Marketing entsteht nicht durch Aktionismus, sondern mit einem erkennbaren Profil.
Wenn du das für dein eigenes Business sortieren möchtest und dir dafür eine unaufgeregte und ehrliche Sparringspartnerin wünschst, dann lies dir gerne
hier mehr Infosdurch.
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Hi, ich bin Steffi

Ich begleite selbstständige Beraterinnen und Coaches dabei, ihr Marketing strategischer, passender und effektiver zu gestalten - ohne sich zu verbiegen oder ständig sichtbar sein zu müssen.
Im Kern geht es dabei immer um dasselbe: um Haltung, Sprache und eine Positionierung, die wirklich sitzt.
Wenn du Marketing nicht als Hamsterrad, sondern als strategische Aufgabe in deinem Business verstehst, könnten wir gut zusammenpassen.










